Er 1
Er war nur der Beobachter. Er studierte seinen Verfall auf großen Tafeln, sah sich in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, kalkulierte, prognostizierte Ergebnisräume, beschrieb mit milchiger Kreide endlosen Schiefer, bis der einen Spiegel darstellte, in dem er sich nicht mehr erkannte, weil er sich zu lange schon nicht mehr gesehen hatte; begriff sich nun als Fremden, beobachtete sich darin umso genauer, konnte nun alle Hemmungen in der Diagnose ablegen, kam aber zum selben Schluss: Es gehe immer weiter und am Ende unterliegt man. Aber er war noch da und sah sie kommen und gehen, soviele Personen, Bekannte, Freunde. Wieviele es waren, konnte er nicht abschätzen, sie zu zählen traute er sich nicht. Solange es zu viele waren, war es gut.
