Das Gerücht

Man habe ein Gerücht über ihn gehört. Unruhe sei entstanden, zuerst nur murmeln, dann Blicke. Natürlich wisse jeder, dass an dem Gerücht nichts dran sei. Aber trotzdem. Etwas von einem Gerücht bleibe immer hängen. Wo es herkomme? Wisse er nicht. Auch nicht, was das Gerücht besage. Nur, dass es da ist. Über das Gerücht werde ja auch nicht gesprochen. Nur darüber, dass es eins gibt, über ihn. Wie sich nun zu verhalten sei? Annehmen solle er das Gerücht, sich schuldig erklären, sich von der Gruppe absondern. Und mit ihm das Gerücht. Irgendwann würde er sie vergessen haben, so wie sie ihn vergessen haben werden. Da nahm er seinen Hut und ging, ohne sich noch einmal umzudrehen. Die Leute schauten halb aus ihren immerwährenden Gesprächen auf, klopften ihm auf die Schulter, zwinkerten ihm zu. Da kann man nichts machen, Kumpel. Auch nach einer Zigarette wurde er gefragt. Manche weinten. Als die Tür geschlossen war, waren sie bereits anderen Dingen zugewandt.